|
AllgemeinesVenenleiden können neben ästhetischen Aspekten je nach Verlauf und Ursache ggf. auch zu schwerwiegenderen
Funktions- und Gebrauchsbeeinträchtigungen der Beine führen. Folglich besitzen rechtzeitige Erkennung und adäquate Behandlung bestehender Venenleiden für betroffene Patienten eine hohe Bedeutung. In der Meduna-Klinik
besteht auf Grund einer vorhandenen gefässmedizinischen (angiologischen) Schwerpunktbildung die Möglichkeit, eingehende funktionsdiagnostische Massnahmen und verschiedene konservative Therapien im Falle von Venenleiden
durchzuführen. Zum besseren Verständnis sollen neben den Behandlungsmöglichkeiten einleitend auch die wichtigsten Venenerkrankungen in Grundzügen erläutert werden.
Funktion und Verlauf der Beinvenen Die Beinvenen haben die Funktion, das zuvor in die Beine geströmte Blut nach erfolgten Stoffaustausch aus den peripheren Geweben, nunmehr
sauerstoffarm, wieder zum Herzen zurückzuführen. Aus den Kapillaren der Endstrombahn gelangt das Blut zunächst in feine Ausläufer der Venen, welche als Venolen bezeichnet werden. Diese vereinen sich im weiteren
Verlauf in Richtung Herz zu zunehmend grösseren Venen. Das Venenblut beider Beine wird von der rechten und linken Beckenvene aufgenommen und über die untere Hohlvene als Hauptsammelvene zum Herzen geführt.In
den Beinen existieren neben dem oberflächlichen Venensystem, welches sich unter der Haut befindet und oftmals äusserlich erkennbar ist, mehrere tiefgelegene Venen, die in Nachbarschaft zu den zugehörigen
beinversorgenden Arterien verlaufen. Oberflächliches und tiefes Venensystem stehen über zahlreiche Verbindungsvenen (Perforansvenen) miteinander in Kontakt. Wichtigste oberflächliche Vene des Beines ist die Vena
saphena magna. Diese verläuft an der Innenseite des Ober- und Unterschenkels und mündet unterhalb der Leiste in die tiefe Oberschenkelvene (Vena femoralis). Der Mündungsanteil der Vena saphena magna wird auch Crosse
genannt. An der Aussenseite des Unterschenkels findet sich als zweite grosse oberflächliche Vene die Vena saphena parva. Diese mündet etwa in Höhe der Kniekehle in die tiefe Kniekehlenvene (Vena poplitea). Von diesen
beiden Venen, der Saphena magna und parva, gehen jeweils mehrere Seitenäste ab, welche die oberflächlichen Weichteile des Ober- und Unterschenkels durchziehen. Die tiefen Beinvenen verlaufen in enger Nachbarschaft zu
den entsprechenden Beinarterien (siehe dort). Im Unterschenkel sind die tiefen Beinvenen jeweils mehrfach angelegt; in Kniekehle und Oberschenkel sind die tiefen Beinvenen i.d.R. nicht doppelt angelegt. Entsprechend den
Arterien verlaufen folglich in den tiefen Weichteilen des Unterschenkels jeweils mehrere Venae tibiales anteriores, posteriores et fibulares, in der Kniekehle die Vena poplitea und im Oberschenkel die Vena femoralis
(superficialis, profunda, communis). Die Vena femoralis communis geht in kontinuierlichem Verlauf in die tiefe Beckenvene (Vena iliaca) über. 
Die oben stehenden Abbildungen zeigen schematisch den Verlauf des
tiefen und oberflächlichen Venensystems mit Perforansvenen (modifiziert nach Rudofsky).Abbildung links: Vena saphena magna (1), Vena saphena parva (2), tiefe Unterschenkelvenen (3
), Vena poplitea (4), Vena femoralis (5), Vena iliaca (6), untere Hohlvene (7). Zur verbesserten Übersicht ist vereinfachend nur eine tiefe Unterschenkelvene eingezeichnet. Die
Perforansvenen (ohne Nummerierung) bilden kurzstreckige Querverbindungen zwischen oberflächlichen und tiefen Venen. Abbildung rechts: Tiefes Venensystem (1) und oberflächliche Venen (2 und 3
) stehen über mehrere quer verlaufende Perforansvenen (ohne Nummerierung) in Verbindung. Die Richtung des Blutflusses wird mit Pfeilen gekennzeichnet. Die Venenklappen sind als Rückschlagventile so
angeordnet und ausgerichtet, dass im Normalfall der Blutfluss in allen Venen nur in einer Richtung verläuft, in den tiefen und oberflächlichen Venen zum Herzen, in den Perforansvenen nur von den oberflächlichen zu
den tiefen Venen. Feinbau der Venen Die Wände der Beinvenen sind deutlich dünner als die Arterienwände, enthalten weniger Muskelanteile und einen höheren Anteil Bindegewebe, da der Blutdruck in den Venen niedriger als in
den Arterien liegt. Ansonsten entspricht der Aufbau der Venenwände den Arterien. Das Lumen wird von einer feinen Innenhaut (Epithel) ausgekleidet, an welches sich lockeres Bindegewebe
anschliesst. Epithel und zugehöriges Bindegewebe bilden die Innenschicht (Intima, violett). Als Besonderheit besitzen die Venen mehrere von der Intima ausgehende Venenklappen.
Diese wirken als zarte Rückschlagventile und unterstützen einen gerichteten Blutfluss zum Herzen; sie verhindern, dass sich in den Venen befindliches Blut übermässig in die Beine zurückstaut, besonders beim
Sitzen oder Stehen. An die Intima schliesst sich eine zarte Schicht spärlichen Muskelgewebes an, welches von reichlich Bindegewebe durchsetzt wird (Media, grün). Nach aussen folgt als letzte Schicht eine
Lage Bindegewebe (Adventitia, rot). Abb. modifiziert nach Schiebler.
Risikofaktoren
Verschiedene Risikofaktoren fördern die Entstehnug von Erkrankungen der Beinvenen.Venenleiden werden durch Bewegungsmangel begünstigt, weiterhin durch übermässiges und langanhaltendes Sitzen und Stehen. Längere
Immobilisation, z.B. infolge von Operationen oder Gipsruhigstellungen erhöhen die Gefahr einer Venenthrombose. Auch chronische Druckeinwirkungen auf die grossen Sammelvenen des
Becken-Bauchraumes, wie sie gelegentlich bei Schwangerschaften, Tumorkrankheiten oder chronischen Verstopfungszuständen auftreten können, fördern die Entwicklung von Venenleiden.
AngiologieDie Angiologie (Gefässmedizin) ist dasjenige Fachgebiet innerhalb der Inneren Medizin, welches sich mit den Erkrankungen der Arterien, Venen
und Lymphgefässe befasst. In der Meduna-Klinik besteht auf Grund einer vorhandenen angiologischen Schwerpunktbildung seitens des Chefarztes die Möglichkeit, fachangiologische ärztliche Behandlungen durchzuführen.
Diese Behandlungsangebote schliessen nicht operative (konservative) Behandlungen von Venenleiden ein. Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182 |